Tansania, einer der Höhepunkte unserer Reise

Freunde schrieben uns als Kommentar zu unserem Blog: jetzt hätten wir mit Kenia wohl das Schlimmste an Streckenführung überstanden. Weit gefehlt: in Tansania artete das Offroadfahren teilweise in Stress aus. Gleichzeitig war dies Land durch die Tiererlebnisse der große Höhepunkt unserer Reise.

Wir haben die Grenze zu Tansania passiert. Es ist das Massai-Land. Bald biegen wir von der asphaltierten Straße ab: Buschpiste Grad III. Grad III heißt: In der Regenzeit bilden sich reißende Bäche, die das Erdreich bis zu drei Meter tief wegspülen. Wir suchen immer wieder Passagen, die zwar tief hinuntergehen, bei denen die Autos aber möglichst nicht hinten und vorne aufsetzen. Wenn doch, wird freigeschaufelt.
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Freundliche Massai schauen uns zu und geben Ratschläge bzgl. Fährten und lassen sich gegen Geld auch fotografieren.

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Abends wird in der Nähe eines Massaidorfes unser Lager gemacht. Es ist ein herrliches Lageerleben finde ich. Gitte sieht das etwas anders. Hier ein Auszug aus Ihrem Tagebuch: „17.2. Das Bett aufbauen ist schon schwierig, aber Abbauen – ein Graus! Ich muss sitzen bleiben, entweder auf dem Klo oder oben auf unserer Matratze – Sammi fädelt dann die erste Matratze ein – sehr schwierig weil so groß und unhandlich. Jetzt muss ich mich auf unserem „Hochplateau“ (auf den Schränken, auf denen wir schlafen) knien und die große 220 x 220 Zudecke zusammenrollen und mit den Kopfkissen in den kleinen vorderen Alkoven stopfen – dabei reichen meine Arme nicht – ich mache gymnastische Übungen, drehe mich auf dem Po und stopfe mit beiden Füssen nach. Vorher muss ich mich im Sitzen anziehen und alles Überflüssige aus dem Alkoven räumen, damit ich „stopfen“ kann – jedes Mal ein Kraftakt!!!“

Am nächsten Morgen 4:30 aufstehen (unsere reguläre Weckzeit ist 5 Uhr). Wir wollen die Tiere am Lake Natron beobachten. Die Landschaft ist schön, aber wir sehen nur Zebras.

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Am Abend hatten wir unser Lager auf einem großen menschen- und tierleeren Plateau genommen (natürlich hatten wir niemanden um Erlaubnis gefragt). Noch keine 6 Minuten später ist die erste Viehherde mit ca. zehn Massai da und nach 30 Minuten sind 100e von Tieren und eine Vielzahl von Massai eingetroffen. Sie sind freundlich und etwas scheu, aber nachdem wir ein paar Geschenke gemacht haben (Gitte ein Paket Spaghetti und Tomatensoße, ich ein paar Dollar), tauen sie auf. Es wird ein sehr bunter Abend.

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Dann taucht jemand auf dem Motorrad auf. Er stellt sich als Sheriff des Dorfes vor. Er nimmt sich ungeheuer wichtig. Frank palavert zwei Stunden mit ihm: Wir dürfen bleiben, aber müssen am nächsten Morgen beim Distriktcouncil ein Genehmigungsdokument abholen.

Nachts beginnt es zu regnen. Oh Schreck, oh Sch….., oder du Obersch….. unser Canoppy ist nicht wasserdicht. Wir schließen in aller Eile das Hubdach, aber es tropft weiter unaufhörlich ins Innere. Gitte schimpft, wie ich sie selten gehört habe: ja, ja meine Eigenbaukonstruktion! Wir rücken auf den nassen Matratze näher zusammen, wärmen uns gegenseitig – und schlafen trotzdem die restlichen drei Stunden gut bis um 4:30 der Wecker klingelt.

Es geht in die Serengheti. Nach der besagten Genehmigungsprozedur beginnt die große Abzocke: jedes Gebiet hat seine eigene Parkkontrolle und wir müssen mehrfach heute und morgen 100 oder 150 Dollar zahlen. Dafür werden wir in der Serengeti mit einer eindrucksvollen Landschaft belohnt. Die Belohnung hat für mich einen hohen Reiz und für Gitte einen hohen Preis: Frank biegt von der Piste ab und führt uns auf einen nahezu unwegsamen Pfad. Wir fahren stundenlang offroad durch mannshohes Gras.

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Da es am Tag vorher stark geregnet hatte, artet die Fahrt zu einer Schlammschlacht aus. Matschiger Morast, Furten, tiefe Schlammlöcher und dazwischen Felssteine. Unsere Autos müssen das Äußerste an Kraft, Traktion und Federungsvermögen hergeben – und ich denke mit Bangen an mein nicht ganz leeres Klo hinten im Auto!

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Uwe ist in diesem Schlammloch stecken geblieben und muss rausgezogen werden

Bis auf Volker und uns bleibt jeder einmal stecken und muss rausgezogen werden.

Trotzdem sind die zwei Tage durch Morast für uns Männer eine Herausforderung und Lust – für Gitte eher Leiden. Der Anblick vieler wilder Tiere ganz nah ist jedoch reichlich Entschädigung.

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Zwei Löwinen pirschen sich an eine Gnuherde an

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Die von den Löwen angepirschten Opfer

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Dieser Gepard tauchte im hohen Gras unmittelbar neben unserem Auto auf – mein schönster Schnappschuss

Für den nächsten Tag haben wir eine Tour mit einem Führer in den Ngorongoro Krater gebucht. ( $1.600 für 10 Teilnehmer!) Der landschaftliche Eindruck und die unendlich vielen grasenden Tiere und auch jagende und ruhende Löwen sind überwältigend.

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Hier werden gerade kleine Löwen „gemacht“

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Ganz weit hinten haben wir auch ein RHINO entdeckt.

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Nach diesen eindrucksvollen Erlebnissen hätte eigentlich unsere Reise zu Ende sein können. Bis Kapstadt ist es noch weit und da im südlichen Tansania die Regenzeit eingesetzt hat, können Wildlifeparks nicht mehr angesteuert werden und wir fahren mehr oder weniger Asphaltstraßen.

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Die Regenzeit droht

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rechts im Bild kann man gut erkennen, wie die Wolken ihr Schleusen öffnen

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wunderbar gerade Strassen laden zum Schnellfahren ein – bis……ein Pothole (Topfloch passt besser als Schlagloch) unser Auto geradezu zerreißt, wenn wir nicht aufpassen. Aber wer kann schon immer 100% aufmerksam sein?

Die Straßen sind gespickt mit tiefen großen Schlaglöchern. Wir müssen wieder mit 100 km/h Slalom fahren – kein Vergnügen.

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Das „Vergnügen“ wird noch erhöht durch ständige Radarkontrollen. Zweimal muss jeder von uns $ 30,- Strafe zahlen. Da die Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder meistens umgefallen sind, können wir sie nicht wahrnehmen und zuckeln zig Kilometer mit 60 km/h dahin. Nervig!

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Wir fahren ins tansanische Bergland

und steuern auf die Grenze von Sambia zu.

11 Gedanken zu “Tansania, einer der Höhepunkte unserer Reise

  1. Wie schön, Papa!! So, tolle Fotos. Ihr habt ja die Big Five gesehen!! Arme Gitte — aber zum Glkück trocknet man ja wieder … 🙂 Erinnert mich sehr an meine Reise auch mit Jeep damals durch Tansania — nur hatten wir keinen Regen, dafür aber auch nicht so viel Tiere. Dickes Küsschen, Ate xx

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  2. Respekt und Hut ab, vermischt mit einer kräftigen Portion Neid!
    Danke, dass Ihr uns teilhaben lasst!
    Die Berichte, wie auch die Bilder sind unglaublich! Eindrucksvoll, lebendig und spannend!
    Weiterhin gute Fahrt und toit, toi, toi!
    Wünscht eure Gabi

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  3. Eure jetzigen Erlebnisse erinnern mich stark an eine gewisse (lyrische) Lateinstunde von ehedem:
    „per aspera ad astra….“ = über die rauen Wege zu den Sternen . . . .
    und damit zeigt und beweist Ihr Euren Willen zum Durchhalten. Großartig !!
    Dazu begleitende Wünsche von
    Rolf und Mariele

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  4. Papa, wie cool, du hast ja die Marokko Wüsten Stiefel noch! ich auch!
    Ein toller Bericht, im nassen Schlafen ist schon echt unangenehm. Ihr Armen.
    Sehr eindrucksvoll all diese Tiere!

    Dickes Bussi Nette

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  5. Hallo, Ihr Beiden, mit grossem Interesse haben wir bisher Eure interessante Reise verfolgt, tolle Bilder!
    Wir wünschen Euch eine möglichst trockene und weiterhin erlebnisreiche Heimfahrt, liebe Grüsse von
    Michael und Heidi

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  6. Was für ein abenteuerliches Erleben, an dem Ihr uns teilhaben laßt! Danke für die so lebendigen Berichte und wunderschönen Fotos! Das wird vielleicht ein ganz tolles Buch???
    Nun habt eine gute Weiterreise und vor allem kommt gut an! Wir begleiten Euch in Gedanken und mit Bewunderung!
    Ute u. Harald

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  7. Bewunderung für die Idee zu so einer Reise überhaupt, diese dann so konsequent durchzuziehen und Freude darüber, dass Ihr so wunderbares erleben durftet und ( hoffentlich ) heil wieder in Kapstadt eintreffen werdet. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen. Trudi und Walter

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  8. Seit zwei Wochen in Altea heute wieder Euren beeindruckenden Bericht mit den großartigen Fotos gelesen. Alles Gute für die letzte Etappe. Wir bewundern und grüßen Euch! Ute und Harald

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  9. Wie heisst es so schön: “ Drum prüfe wer sich ewig bindet…“ – sollten jene nicht eine ähnliche Reise unternehmen, vor dem Treueschwur, von wegen prüfen !
    Gitte, toll wie Du das alles durch- und überstanden hast und für Dich Sammi, es gab ja des öfteren harte Situationen, ich denke da an die Überquerung der überfluteten Brücke – spätestens dann, war Aufgeben
    nie ein Thema ? Chapeau Euch beiden !!
    Wieviel Glück und Freude müsst Ihr empfinden wieder in Eurem „Schloss“ zu sein, wieder im eigenen Bettchen zu schlafen, etc. und das alles gesund und munter.
    Kompliment, STOLZ könnt Ihr auf Euch sein! VG Trudi

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  10. Hallo,Ihr Zwei Lieben!
    Gerade in meinem warmen Bett den
    tollen Bericht vom heutigen Tag gelesen,sende ich Euch Gute- Nacht-Küsse🌝🌙💕
    Einfach schön ,mit Euch sich so verbunden zu fühlen !!
    Herrliche Fotos,danke,danke!
    Und wie gut Ihr ausschaut,unglaublich!!!
    Alles Liebe Eure Norbert u Carola

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